
Hernán Carvajal sucht angesichts des Schreckens des Putsches 1973 in Chile, der dann folgenden Diktatur, der Folter, der Hinrichtung, des Verschwindenlassens nicht nur als Mensch und Gefangener, sondern auch als Dichter nach einer Möglichkeit, durch sein Werk Inxilio der Realität im Prozess der Fragmentierung und Auflösung ihrer Strukturen, die er selbst erleidet und deren Zeuge er zudem ist, durch die Sprache eine Form zu geben, deren Ausdruck sich notwendigerweise verändern muss, um diesem Prozess Rechnung zu tragen. Im Gegensatz zu denen, die wie Theodor W. Adorno die Unmöglichkeit der Poesie nach Auschwitz erklärten, arbeitete er daran, die Grenzen der Sprache in die entgegengesetzte Richtung zu erweitern.
Das Werk Inxilio von Juan de Quintil ist jetzt auf Deutsch beim LIT Verlag erschienen und beinhaltet neben einem ausführlichen Vorwort von Lucy Oporto Valencia ein Nachwort des Übersetzers.




Der 18. Oktober 2019 hat eine Flut von Büchern hervorgebracht, von denen einige Texte es geschafft haben, einen Teil dieser Zeit zu definieren, als das Land Chile praktisch in Flammen stand. Von Chronisten bis zu Historikern, Philosophen und Romanautoren bieten sie unterschiedliche und manchmal auch gegensätzliche Ansichten.

